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Arbeit & Beruf

Urlaubsanspruch berechnen

In einer Fünftagewoche stehen dir 20 Werktage gesetzlicher Mindesturlaub im Jahr zu — weil das Gesetz von einer Sechstagewoche mit 24 Werktagen ausgeht (§ 3 Abs. 1 BUrlG) und dieser Wert auf deine tatsächlichen Arbeitstage umgerechnet wird.

Befund — dein Urlaubsanspruch

20 Tage

Gesamtanspruch: 20 Urlaubstage im Jahr 2026.

Nach § 3 BUrlG und ständiger BAG-RechtsprechungBundesurlaubsgesetz, Bundesarbeitsgericht · Rechtsstand 24.08.2026

Hinweis: Die dreijährige Verjährungsfrist (§ 195 BGB) beginnt erst mit dem Schluss des Jahres, in dem der Arbeitgeber dich über deinen konkreten Urlaubsanspruch und die Verfallfristen belehrt hat und du den Urlaub trotzdem aus freien Stücken nicht genommen hast. „Älter als drei Jahre = verjährt" ist ohne diese Belehrung falsch.

Hinweis: Nicht berücksichtigt: Wehrdienst. Für jeden vollen Monat Wehrdienst kann der Arbeitgeber den Urlaub kürzen (§ 4 Abs. 1 ArbPlSchG) — das ist ein Gestaltungsrecht des Arbeitgebers, das dieser Rechner nicht abbildet. Falls das auf dich zutrifft, kann dein tatsächlicher Anspruch niedriger sein als hier ausgewiesen.

Hinweis: Nicht abgebildet: Beamtenurlaubsrecht (unterliegt nicht dem BUrlG), Seearbeitsgesetz (§ 57 SeeArbG: mindestens 30 Kalendertage) und Heimarbeit (§ 12 BUrlG). Auch die genaue Höhe einer Urlaubsabgeltung in Euro (§ 11 BUrlG) wird nicht berechnet.

Deine Angaben

Arbeitstage pro Woche

Prüfmethode & Rechenweg

Arbeitstage pro Woche
5
Gesetzlicher Mindesturlaub, umgerechnet auf deine Wochentage
24 ÷ 6 × 5
Jahresurlaub vor Teilung (Maximum aus gesetzlich und vertraglich)
20
Gesamtanspruch für das Urlaubsjahr
20

Annahmen

    Wochentage → Urlaubstage

    Gesetzlicher Mindesturlaub nach Anzahl der Wochenarbeitstage
    Arbeitstage/WocheMindesturlaub/Jahr
    1 Tag4 Tage
    2 Tage8 Tage
    3 Tage12 Tage
    4 Tage16 Tage
    5 Tage20 Tage
    6 Tage24 Tage

    Umrechnung nach der Formel 24 ÷ 6 × Wochentage (BAG 19.03.2019 — 9 AZR 315/17). Vertraglicher oder tariflicher Mehrurlaub kommt gegebenenfalls dazu.

    Häufige Fragen

    Wie viele Urlaubstage stehen mir mindestens zu?
    Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage im Jahr (§ 3 Abs. 1 BUrlG) — das Gesetz unterstellt dabei eine Sechstagewoche. Bei einer Fünftagewoche sind das umgerechnet 20 Arbeitstage, bei einer Viertagewoche 16 Arbeitstage. Weder Arbeits- noch Tarifvertrag dürfen darunter bleiben (§ 13 Abs. 1 BUrlG).
    Was gilt bei Teilzeit?
    Für die Anzahl der Urlaubstage zählt nicht die Wochenstundenzahl, sondern die Anzahl der Wochentage mit Arbeitspflicht. Wer bei gleicher Stundenzahl an weniger Tagen arbeitet, hat weniger Urlaubstage — aber jeder Tag deckt einen größeren Anteil der Wochenarbeitszeit ab, sodass der tatsächliche Erholungswert vergleichbar bleibt (BAG 9 AZR 315/17).
    Wie viel Urlaub bekomme ich bei Eintritt oder Austritt im laufenden Jahr?
    Für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses im Kalenderjahr steht ein Zwölftel des Jahresurlaubs zu (§ 5 Abs. 1 BUrlG) — das betrifft die Wartezeit vor Ablauf von sechs Monaten, einen Eintritt ab dem 1. Juli und einen Austritt vor Ablauf der Wartezeit oder in der ersten Jahreshälfte. Bei einem Austritt NACH erfüllter Wartezeit in der zweiten Jahreshälfte bleibt dagegen der volle gesetzliche Mindesturlaub bestehen (BAG 9 AZR 51/16). Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet, kleinere bleiben stehen.
    Verfällt Urlaub automatisch am 31. März?
    Nein — nicht automatisch. Ein Verfall zum Jahresende oder zum 31. März des Folgejahres setzt voraus, dass der Arbeitgeber rechtzeitig und klar dazu aufgefordert hat, den Urlaub zu nehmen, und ausdrücklich auf den drohenden Verfall hingewiesen hat (BAG 9 AZR 541/15, EuGH C-684/16). Ohne diese Mitwirkung bleibt der Urlaub bestehen. Aus demselben Grund beginnt auch die dreijährige Verjährungsfrist (§ 195 BGB) erst nach einer solchen Belehrung zu laufen (BAG 9 AZR 266/20).
    Steht mir Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung zu?
    Bei einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 stehen zusätzlich 5 Arbeitstage im Jahr zu, bezogen auf eine Fünftagewoche und entsprechend umgerechnet auf deine Wochentage (§ 208 SGB IX). Bei einer GLEICHSTELLUNG (GdB 30 bis 49) besteht dieser Anspruch dagegen ausdrücklich NICHT (§ 151 Abs. 3 SGB IX) — Gleichstellung und Schwerbehinderung sind zwei unterschiedliche Rechtsbegriffe.
    Wird mein Urlaub in der Elternzeit gekürzt?
    Nicht automatisch. § 17 Abs. 1 Satz 1 BEEG ist eine Kann-Vorschrift: der Arbeitgeber DARF den Erholungsurlaub für jeden vollen Kalendermonat Elternzeit um ein Zwölftel kürzen, muss diese Kürzung aber ausdrücklich erklären, solange der Urlaubsanspruch noch besteht. Ohne eine solche Erklärung bleibt der volle Anspruch bestehen — nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist eine Kürzung außerdem gar nicht mehr möglich (BAG 9 AZR 725/13).
    Wie wirkt sich Kurzarbeit auf den Urlaubsanspruch aus?
    Tage mit „Kurzarbeit null" — an denen die Arbeitspflicht vollständig entfällt — zählen nicht als Tage mit Arbeitspflicht und mindern den Jahresurlaub anteilig über die Jahresformel (BAG 9 AZR 225/21). Unbezahlter Sonderurlaub wirkt nach derselben Rechtsprechungslinie gleich (BAG 9 AZR 315/17). Gesetzliche Feiertage und Krankheitstage zählen dagegen weiter als Tage mit Arbeitspflicht und mindern den Anspruch nicht.

    Das könnte jetzt relevant sein

    Rechtsstand & Quellen

    Stand: 24.08.2026

    Die Berechnung dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Über den tatsächlichen Anspruch entscheidet im Streitfall das Arbeitsgericht.Zur Methodik